Welche Funktionen kann eine Sicherheitssoftware bieten

Veröffentlicht am 25.8.2022 von Ines Bahr

Die Gefahr, die von IT-Angriffen ausgeht, wird gerne verdrängt, anstatt in eine umfassende IT-Sicherung zu investieren, die über eine klassische Antivirensoftware hinausgeht. Ein Fehler: denn Sicherheitssoftware ist für Unternehmen heutzutage wichtiger denn je.

Welche Funktionen kann eine Sicherheitssoftware bieten

Cyberattacken sind heutzutage weltweit an der Tagesordnung. Ob kleines Unternehmen oder großer Konzern: IT-Angriffe gelten als die zentrale Schwachstelle der Digitalisierung. In Zeiten, in denen immer mehr Geräte Daten austauschen, kann eine kleine Störung ganze Lieferketten lahmlegen. Auch die Arbeitsabläufe haben sich verändert: Wir leben in einer Gesellschaft, in der immer mehr Menschen von zu Hause aus arbeiten. Für Unternehmen steigt dadurch die Gefahr, Opfer einer Cyberattacke zu werden. Studien belegen: Die Anzahl der Straftaten im Bereich Cybercrime ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen. Mehr als 60 Prozent aller größeren Unternehmen wurden schon einmal Opfer von Cyberkriminellen – Tendenz steigend. Hinzu kommt, dass viele Manipulationen gar nicht erst entdeckt werden. Die Dunkelziffer ist also hoch. 

Definition Sicherheitssoftware: Was ist eine Sicherheitssoftware? 

Um ihre Geräte, ihre Kommunikation und ihre Systeme bestmöglich zu schützen, kommen Unternehmen heutzutage nicht darum herum, frühzeitig geeignete Vorkehrungen zu treffen. Umfassende Sicherheitsmaßnahmen sind in diesem Zusammenhang unverzichtbar. Schon kostenlose Sicherheitssoftware kann einen guten Grundschutz gewährleisten. Allerdings wird auch die Schadsoftware immer komplexer, weshalb ein einfacher Schutz meist nicht mehr ausreicht, sondern durch weitere Sicherheitsmaßnahmen ergänzt werden muss. In vielen Fällen ist es daher nötig, in zusätzliche Softwarelösungen zu investieren. 

Sicherheitssoftware schützt Unternehmen nicht nur vor Viren und Malware, sondern besitzt noch viele andere Komponenten. Die meisten Softwarelösungen bestehen unter anderem aus einer Firewall, einem Malware-Schutz und einem Identitätsschutz. Auch ein E-Mail- und Browserschutz,eine Anti-Phishing-Komponente sowie ein Spam- und Content-Filter gehören zu den Funktionen einer Sicherheitssoftware. Die einzelnen Komponenten arbeiten nahtlos zusammen und sind intuitiv bedienbar.

Allrounder vs. Einzellösungen

Viele Unternehmen greifen auf Sicherheitssoftware zurück, die dazu in der Lage ist, verschiedene Bereiche in einer Sicherheitslösung abzubilden. Diese Rundumlösungen haben den entscheidenden Vorteil, dass sie mehrere Sicherheitsaspekte bündeln, um einen bestmöglichen Schutz zu gewährleisten. Du musst dich also nicht für verschiedene Sicherheitstechnologien entscheiden, um einen umfassenden Schutz zu erhalten. Auch ohne technische Kompetenz lassen sich All-In-One-Lösungen schnell und unkompliziert installieren. Hinzu kommt, dass sie über eine einfache Benutzeroberfläche verfügen, mit der du alle Funktionen zu jeder Zeit problemlos im Blick behältst. 

Auf der anderen Seite bergen Rundumlösungen jedoch die Gefahr, dass sie nicht all deine Sicherheitsanforderungen erfüllen. Je nach Anforderung musst du möglicherweise also dennoch mehr als ein Softwareprogramm installieren. Die Installation einer Antivirensoftware schützt dich zum Beispiel nicht davor, gehackt zu werden. Hierzu wäre eine Firewall nötig. Es gibt auch die Möglichkeit, verschiedene einzelne Insellösungen anzuschaffen, um einen Tech Stack aufzubauen. Eine standardmäßige Vorgehensweise gibt es dabei nicht. Vielmehr hängt die Wahl vom Geschäftsumfeld, von deinen Sicherheitsanforderungen und vom Unternehmensaufbau ab.

Funktionen von Sicherheitssoftware: Typische und beliebte Bestandteile

Um durch Schutzmaßnahmen gegen Manipulation, unberechtigten Zugriff und Datenverlust der IT-Sicherheit zu dienen, setzt sich Sicherheitssoftware aus diversen Bestandteilen zusammen. Typische Funktionen reichen vom Malware-Schutz über die Firewall bis hin zur Ransomware-Erkennung.

Firewall

Der Begriff der Firewall bezieht sich auf spezialisierte Schutzmaßnahmen für einzelne Geräte oder ganze Netzwerke. Vereinfacht gesagt sind Firewalls dazu in der Lage, den Datenverkehr zu analysieren und zu filtern, um IT-Systeme vor Angriffen, unbefugten Zugriffen und Manipulationen zu schützen. Sie lassen also nur Datenverkehr zu, der durch die Firewall-Richtlinie definiert ist – und dienen so als Barriere zu nicht vertrauenswürdigen Netzwerken.

Malware-Schutz und Antivirus

Durch Malware- und Antivirenschutz zielt Sicherheitssoftware darauf ab, bösartige Programme wie Viren, Würmer oder Trojaner zu erkennen und zu beseitigen. Angesichts des ständigen Ansturms neuer Viren wird diese Funktion von Sicherheitssoftware häufig aktualisiert. Nur so ist dein System dazu in der Lage, Bedrohungen zuverlässig zu erkennen.

Anti-Phishing und E-Mail-Security

Mit E-Mail-Sicherheitssoftware können Unternehmen ihre E-Mail-Konten vor böswilligen Bedrohungen, Phishing-Attacken und Datenlecks schützen. Die Software bietet integrierte Datenverschlüsselungsfunktionen, erweiterte Tools zur Bedrohungsminderung und URL- und Anhangschutzfunktionen.

VPN

Viele All-In-One-Lösungen enthalten ein VPN – ein Virtuelles Privates Netzwerk. Diese Funktion bietet Mitarbeitern, die über ihre eigene Internetverbindung auf sensible Daten und vertrauliche Informationen des Unternehmens zugreifen, zusätzlichen Schutz, indem sie die gesendeten Daten verschlüsselt. Das ist vor allem in der heutigen Zeit, in der immer mehr Menschen von zu Hause aus arbeiten, wichtig.

Spam- und Content-Filter

Ein Spam- und Content-Filter überwacht den ein- und ausgehenden E-Mail-Verkehr. Auch Links und Anhänge werden überprüft. Im Falle einer Bedrohung wird der Nutzer direkt davor gewarnt, die E-Mail zu öffnen.

Endpunkt- und Netzwerksicherheit

Bei der Endpunkt- und Netzwerksicherheit geht es darum, jeden Netzwerkserver und jedes Gerät, das Zugriff auf dein Netzwerk hat, zu identifizieren und zu schützen. Das ist sehr wichtig, weil jedes Gerät, sei es nun ein Laptop oder ein Smartphone, potenziell Opfer einer Cyberattacke werden kann.

Ransomware-Erkennung

Ransomware ist Schadsoftware, die deine privaten Dateien auf der Festplatte verschlüsselt und dich dauerhaft am Gebrauch deines Computers hindert, bis du Lösegeld für die Entsperrung bezahlst. Ist der Computer außerdem noch mit einem Netzwerk verbunden, kann sich die Ransomware auch auf andere Geräte im System verbreiten. Ein guter Ransomware-Schutz ist daher unverzichtbar.

Im Wesentlichen zielen alle Funktionen einer Sicherheitssoftware darauf ab, Softwareangriffe auf dein System zu erkennen und zu entschärfen. Da es verschiedene Arten von IT-Angriffen gibt, existieren auch verschiedene Arten von Sicherheitslösungen, die auf die jeweilige Cyberattacke zugeschnitten sind.

Funktionen von Sicherheitssoftware: Neuer Trend KI

Immer mehr Unternehmen schwören auf Künstliche Intelligenz in Sicherheitssoftware. Sie ist so wichtig, weil der Mensch alleine bei der Erforschung von Schadprogrammen heutzutage kaum mehr hinterherkommt. Zwar ersetzt KI bisherige Techniken nicht – sie ist  jedoch eine vielversprechende Ergänzung, die die Funktionen einer Sicherheitssoftware auf ein neues Niveau hebt. Grundlage sind fortschrittliche Algorithmen, die dazu in der Lage sind, Schwachstellen direkt aufzudecken. Außerdem liefern sie essenzielle Informationen zu Vorfällen, potenziellen Gefahren und Angriffen. Basierend auf dem Konzept des maschinellen Lernens gelingt es, unbekannte Bedrohungen zu identifizieren und zu stoppen. Im Umgang mit großen Datenmengen hat KI-Sicherheitssoftware den Vorteil, dass sie Algorithmen erstellt, um Sicherheitsbedrohungen im Datenverkehr automatisch zu erkennen. Dabei deckt sie ein breites Spektrum an IT-Netzwerkelementen ab.

Während Menschen zu Fehlern neigen, ist die Fehlerquote einer KI-Sicherheitslösung begrenzt. Schnell und zuverlässig identifiziert sie Schwachstellen im Sicherheitsnetzwerk. Die Mitarbeiter können sich derweil anderen Aufgaben widmen. Dadurch bleibt deinem Unternehmen mehr Zeit, sich auf andere Dinge, so zum Beispiel die Entwicklung innovativer Strategien, zu konzentrieren, um die allgemeine Sicherheitsstruktur zu verbessern und Cyberattacken nachhaltig zu verhindern.

Fazit Sicherheitssoftware: Essenzieller Bestandteil jedes Sicherheitskonzepts

IT-Angriffe nehmen auf der ganzen Welt zu. Neben großen Konzernen treffen sie vermehrt auch kleine und mittelständische Unternehmen. Die Schäden, die dabei entstehen, sind erheblich. Die größte Gefahr für KMU besteht darin, dass die IT oft nicht systematisch genug geplant ist. Für ihre Mitarbeiter, die von zu Hause aus arbeiten, haben diese Unternehmen oft nur unzureichende Sicherheitskonzepte implementiert. Nicht nur fehlt es an Zeit, Geld und Personal, um umfassende Sicherheitsmaßnahmen umzusetzen – oft ist auch das Bewusstsein für mögliche Gefahren nur unzureichend. 

Das Problem: Für Cyberkriminelle sind diese niedrigen Sicherheitsbedingungen ein gefundenes Fressen. Entsprechend wichtig ist es, sich frühzeitig auf potenzielle Bedrohungen vorzubereiten, um Cyberattacken rechtzeitig erkennen und ihnen vorbeugen zu können. Das gelingt am besten durch eine umfassende Sicherheitssoftware, bei der es sich mehr um nur eine Nebensache handelt. Vielmehr bildet sie die Basis eines langfristig erfolgreichen Unternehmens. Kleine und mittelständische Unternehmen müssen sich bewusst machen, dass nicht nur große Konzerne, sondern auch sie selbst ein Angriffsziel für Hacker sein können – vor allem dann, wenn die IT-Sicherheit lückenhaft ist. Dann nämlich haben Cyberkriminelle leichtes Spiel – teilweise mit fatalen Folgen. 

Ein Umdenken ist daher dringend nötig. Nur so lässt sich sicherstellen, dass ein Angriff dem Geschäft nicht dauerhaft Schaden zufügt. Um das Sicherheitsbewusstsein von Mitarbeitern und Führungskräften zu fördern, kann es zum Beispiel lohnenswert sein, ausführliche Cybersicherheitsschulungen für das gesamte Personal anzubieten. 

Übrigens: Eine Investition in eine gute Sicherheitssoftware lohnt sich schon dann, wenn sie nur einen einzigen IT-Angriff verhindert. Als Unternehmen nach einer Cyberattacke wieder auf die Beine zu kommen, kommt dich nämlich deutlich teurer zu stehen. Beim Blick auf den Markt fällt schnell auf, dass die Auswahl an Sicherheitssoftware, darunter sowohl Allrounder als auch Einzellösungen, enorm ist. Als Nutzer solltest du daher ausführliche Überlegungen darüber anstellen, welche Sicherheitsziele dein Unternehmen eigentlich betreffen, bevor du dich auf die Suche nach einer geeigneten Sicherheitslösung begibst.

Wie geht es weiter? Wirf einen Blick auf unser Sicherheitssoftware Verzeichnis, um das passende Tool zu finden.

Dieser Artikel kann auf Produkte, Programme oder Dienstleistungen verweisen, die in deiner Region nicht verfügbar sind oder die durch die Gesetze oder Vorschriften des Landes eingeschränkt sein können. Wir empfehlen, sich direkt an den Softwareanbieter zu wenden, um Informationen über die Produktverfügbarkeit und Rechtskonformität zu erhalten. Gender Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei Personenbezeichnungen und personenbezogenen Hauptwörtern auf dieser Website die männliche Form verwendet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform hat nur redaktionelle Gründe und beinhaltet keine Wertung.


Artikel teilen

Über den Autor oder die Autorin

Senior Content Analyst für Capterra und GetApp. Spezialisiert auf Studien und Digitalisierungs-Tipps für KMU. Masterstudium in Medien und Kommunikation, lebt im sonnigen Barcelona.

Senior Content Analyst für Capterra und GetApp. Spezialisiert auf Studien und Digitalisierungs-Tipps für KMU. Masterstudium in Medien und Kommunikation, lebt im sonnigen Barcelona.