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Apps sind bei den Deutschen beliebt - solange sie umsonst sind

Veröffentlicht am 13.7.2023 von Rosalia Mousse

Apps gehören wie das Smartphone zu unserem Alltag. Für sie Geld auszugeben wollen allerdings nur die wenigsten Verbraucher. Diese und weitere Erkenntnisse rund um die App-Verwendung ergab unsere neue Studie.

Studie: App-Verwendung bei Verbrauchern Header

Seit der Covid-19-Pandemie ist die Welt deutlich digitaler geworden. Die auferlegten Beschränkungen haben nicht nur Unternehmen dazu veranlasst, ihre Geschäftspraktiken in die virtuelle Welt zu verlagern, sondern auch weite Teile des Privatlebens digitalisiert. Zusammen mit Faktoren wie dem Aufkommen immer besserer Smartphones und dem zunehmenden Internet of Things (IoT)-Markt hat dies zu einem signifikanten Anstieg der App-Entwicklungen geführt.

Nach einigen von Statista gesammelten Daten soll es in 2022 wieder eine Umsatzzunahme durch mobile Apps im Vergleich zum Vorjahr geben: Während im Jahr 2021 insgesamt rund 3,06 Milliarden Euro umgesetzt wurden, sollen im Jahr 2022 rund 3,43 Milliarden Euro mit mobilen Apps erwirtschaftet werden. 

Der Trend überrascht kaum. Immerhin bietet der Markt für Smartphone-Apps nahezu unendliche Möglichkeiten. Für Kontext: Im April 2023 wurden im Google Play Store um die 2,6 Millionen Apps angeboten. Ob zum Chatten, für Social Media, Fitness oder Bildung: Für jeden Bedarf gibt es Smartphone-Apps en masse und für viele Bürger sind sie mittlerweile fast so wichtig wie die Luft zum Atmen.

Welche Art von Apps dabei unter Verbrauchern die beliebtesten sind, welche Vorteile eine App bieten muss, und wie viel die Deutschen bereit sind, für eine App zu bezahlen: Das und mehr ist Gegenstand unserer neuen Studie zum Thema Apps & Super Apps. Dafür wurden mehr als 1.000 Verbraucher befragt, die Apps mindestens ein paar Mal pro Woche auf ihren Smartphones nutzen. Die vollständige Methodik findest du am Ende des Artikels.

App-Verwendung Verbraucher: Infografik

Was ist eine App?

Applications (deutsch: Anwendungen) - kurz Apps - sind kleine Programme für Smartphones, mit denen sich die Funktionen des Smartphones, Tablets, Computers oder Smart-TV’s erweitern lassen. Das heißt, das Gerät wird nicht nur zum Anrufen oder Versenden einer Nachricht (oder um ein Programm anzuschauen, im Fall von Smart-TVs) verwendet, sondern es ermöglicht dem Nutzer auch den Zugang zu verschiedenen Online- oder Offline-Diensten, die sich direkt auf sein tägliches Leben auswirken können. 

Es wird zwischen Native Apps und Web-Apps unterschieden. Während Native Apps speziell für ein Betriebssystem, z.B. iOS programmiert werden und ausschließlich auf iOS Geräten laufen, werden Web-Apps im Browser abgerufen. Sie erkennen das Endgerät und stellen den Inhalt optimiert dafür dar. Im Gegensatz zu Websites, die statischer sind, enthalten Webanwendungen Funktionen für Benutzer. Beispiele für Web-Apps sind Google Maps, Amazon oder eBay. Die erste App wurde übrigens in Deutschland entwickelt. 

Wie viele Apps haben Deutsche auf ihren Handys?

Die Smartphone-Nutzung ist hierzulande flächendeckend verbreitet. Laut Statista belief sich die Anzahl der Smartphone-Nutzer im Jahr 2021 auf über 62 Millionen. Dabei lernen die jüngeren Generationen bereits im Kindesalter, mit dieser Art von Mobiltelefon umzugehen: In der Altersgruppe der 10- und 11-Jährigen nutzen schon mehr als 80 % Smartphones. 

So viel zur Verteilung der Geräte. Wie sieht es jedoch mit ihrem konkreten Umgang durch die Verbraucher aus? In ihrer Selbsteinschätzung nehmen sich 42 % der Umfrageteilnehmer als „einigermaßen fortgeschritten in der Nutzung eines Smartphones” wahr. Darauf folgen mit nur wenigen Prozentpunkten Abstand diejenigen, die sich als „fortgeschritten in der Nutzung von Apps” betrachten (38 %). 20 % wiederum schätzen sich als Basisnutzer ein. 

Obwohl subjektive Eigenbewertungen stets schwierig einzuordnen sind, sprechen die Zahlen für sich. Während ein Viertel (26 %) aktuell weniger als 20 Apps auf ihrem Smartphone installiert haben, sind es bei 41 % der Befragten 20-40 Apps und bei 20 % 41-60 Apps. Die meisten Teilnehmer verwenden die Apps auf ihrem Smartphone dabei mindesten ein- bis neunmal täglich oder häufiger:

App-Verwendung: So häufig nutzen Verbraucher ihre Apps

Diese Apps werden am meisten genutzt

WhatsApp war in 2022 die meistgenutzte App in der deutschen Bevölkerung. Das überrascht kaum, denn generell diversifizieren Messenger-Apps ihr Angebot mehr und mehr, einschließlich Business-Versionen, mit Funktionen, die über das Versenden und Empfangen von Textnachrichten hinausgehen. 

Unsere Ergebnisse ergaben das gleiche. Unter den Apps, die von Verbrauchern am häufigsten (mind. einmal am Tag) verwendet werden, nahmen Kommunikations-Apps den ersten Platz ein, gefolgt von Apps für E-Mails und Social Media:

App-Nutzer: Die beliebtesten Apps

Demgegenüber haben die Verbraucher vor allem diese Apps nicht einmal auf ihrem Smartphone installiert:

  • Dating (z. B. Tinder, Bumble, Hinge, Lovoo) (69 % aller Befragten)
  • Bildung (Sprachen lernen, z. B. DuoLingo; Kurse und Weiterbildung, z. B. Coursera usw.) (58 %)
  • Gesundheit und Wellness (psychische Gesundheit, Arzttermine, Medikamenteneinnahme usw.) (50 %)
  • Lesen (z. B. Kindle-App oder Bücher, Hörbücher) (49 %)
  • Finanzen (Investitionen, Haushaltsbuch/Budgetplanung usw.) (48 %)

Wir haben uns angesehen, wie Verbraucher mit den Apps umgehen, die sie bereits auf ihrem Smartphone installiert haben. Wie verhalten sie sich jedoch bei der Suche nach neuen Apps? Darum geht es im nächsten Abschnitt.

Ein echter Bedarf ist der größte Einflussfaktor für das Herunterladen von Apps

Verbraucher entdecken neue Apps hauptsächlich auf zwei Wegen: Einerseits, wenn sie nach Apps suchen, weil sie diese für einen bestimmten Zweck brauchen (47 %), andererseits durch persönliche Empfehlungen (32 %).

Dabei laden 41 % der Umfrageteilnehmer Apps mehrmals pro Jahr herunter und 28 % sogar ein paar Mal pro Monat. Allerdings gibt es inzwischen Millionen von Apps auf dem Markt und die Entscheidung zwischen zwei Anwendungen hängt von unterschiedlichen Kriterien ab. Nach Angaben der Befragten sind jedoch die zwei Hauptfaktoren, die ihre Entscheidung beeinflussen, eine App herunterzuladen, ein echter Bedarf (70 %) sowie die Funktionen der App (64 %).

App-Verwendung: Faktoren, die die Entscheidung beeinflussen, eine App herunterzuladen

Darüber hinaus sollten Apps vor allem diese Vorteile bieten:

  • Kostenlose Nutzung der kostenpflichtigen Version der App (beispielsweise als Werbeaktion, in der die App für beschränkte Zeit kostenlos zur heruntergeladen werden kann) (46 %)
  • Kostenloses/ermäßigtes Abonnement (36 %)
  • Exklusive Inhalte (34 %)
  • Rabatte (33 %)

Insgesamt scheinen jedoch Funktionalität und Notwendigkeit die treibenden Kräfte hinter der Entscheidung zu sein, ob die Deutschen eine App herunterladen oder nicht, denn 37 % stimmten folgender Aussage zu, die am besten beschreibt, wie sie mit Apps umgehen: 

„Ich lade eine App nur dann herunter, wenn ich sie zwingend für etwas benötige, das ich sonst nicht erledigen kann.“

App-Nutzer: Diese Optionen beschreiben am besten, wie Verbraucher mit Apps umgehen

In welchen Abständen Verbraucher Apps löschen und warum, darum geht es jetzt.

Darum löschen Verbraucher Apps vom Smartphone

Eine App herunterzuladen geht schnell, aber oft benutzen wir bestimmte Apps nur einmalig oder überhaupt nicht und behalten sie nur deswegen, weil wir sie „vielleicht doch noch mal brauchen”, oder sie einfach vergessen. Das ist nicht nur unübersichtlich, sondern belegt auch wertvollen Speicherplatz. Es lohnt sich also, sich regelmäßig Zeit zu nehmen, um nicht mehr benötigte oder selten benutzte Apps zu entfernen.

Unter den Verbrauchern in Deutschland löscht mehr als jeder Zweite (56 %) Apps mehrmals pro Jahr, 27 % ein paar Mal pro Monat und 9 % sogar ein paar Mal pro Woche. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Am häufigsten genannt wurden:

App-Verwendung: Hauptgründe von Verbrauchern, Apps zu löschen

Diese Tipps können dir dabei helfen, die Performance deiner App zu optimieren:

  • Vermeide Animationen: Sie können die App-Performance beeinträchtigen und sollten auf ein Minimum reduziert werden
  • Reduziere Bild- und Videogrößen: Ähnlich wie bei Websites beeinträchtigen Bilder und Videos auch die Ladezeit von Apps. Dem kannst du mit der Reduzierung von Bild- und Videodateien entgegenwirken. 
  • Nutze Application Performance Management Software (APM): Diese Tools verwalten und messen die Leistung und den Status deiner App und ermöglichen so eine genaue Echtzeitbeobachtung des Systemzustands und der Systemkapazität.

Weniger häufig genannt wurde der Grund, dass die App zu viele persönliche Informationen sammelt (16 %). Damit bildet dieser Beweggrund fast das Schlusslicht, denn nur „Die App hat einen schlechten Ruf” weist mit 8 % ein noch geringeres Ergebnis auf. Der Wert überrascht, denn die Deutschen sind historisch sehr um ihre Privatsphäre und Datenschutz besorgt, gaben in der Umfrage aber vorrangig andere Gründe dafür an, warum sie Apps löschen. Eine Erklärung dafür könnte sein, dass die Mehrheit darauf vertraut, dass die meisten Unternehmen verantwortungsbewusst mit ihren persönlichen Daten umgehen. Eine weitere Möglichkeit ist, dass jüngere Generationen sorgloser sind, was den Datenmissbrauch und -schutz betrifft.

Apps zu löschen kann besonders dann schwer sein, wenn man Geld dafür ausgegeben hat. Werfen wir nun einen Blick darauf, wie viel die Deutschen für Apps ausgeben.

App sind beliebt - solange sie nichts kosten

In den letzten Jahren haben wir einen Wandel vom App-Kauf hin zu App-Abonnements erlebt. Dies ist ein Trend, der sich auch in anderen Bereichen bemerkbar macht und auf das Geschäftsmodell Software-as-a-Service (SaaS) zurückführen lässt. Das ist für Anwender natürlich frustrierend, insbesondere, wenn eine App, die bisher als Einmalzahlung erhältlich war, auf einmal ihr Bezahlmodell umstellt und nur noch als Abomodell heruntergeladen werden kann. 

Die Grundfunktionen der meisten Apps sind allerdings gratis zugänglich, was Verbraucher anscheinend verstärkt nutzen, denn 53 % gaben an, für keine ihrer aktuellen Apps mit einer Einmalzahlung bezahlt zu haben. 

Im Allgemeinen ist die Vorstellung, Geld für Apps auszugeben - ob einmalig oder in Form eines Abonnements - für die Verbraucher hierzulande wenig reizvoll. 46 % erklärten, dass sie nicht bereit sind, für Apps zu bezahlen (Einmalzahlung). 

App-Nutzer: Zahlungsbereitschaft hält sich in Grenzen

Bei App-Abos wird zwischen wöchentlicher, monatlicher und jährlicher Zahlung unterschieden. Hier sind ebenfalls nur die wenigsten bereit, sich in Unkosten zu stürzen, denn die Mehrheit will auch dafür am liebsten nichts bezahlen. Allerdings sollte erwähnt werden, dass die Ablehnung mit zunehmender Dauer der Zahlung sinkt. Das heißt, während 70 % der Befragten für wöchentliche Zahlungen nicht bereit sind, zu zahlen, sind es für monatliche Zahlungen „nur noch” 60 % und für jährliche Abrechnungen 55 %.

Tipps für App-Entwickler

Es gibt viele Möglichkeiten, die obenstehenden Informationen zu nutzen, um das Beste aus deiner App herauszuholen. Hier sind einige Tipps und Softwarelösungen, die dir dabei helfen können:

  • Sei transparent mit den Kosten für deine App: Versteckte Kosten machen keinen guten Eindruck auf Nutzer und fördern Misstrauen. 
  • Kommuniziere eine klare Value Proposition für deine App: Da Verbraucher häufig nur dann eine App herunterladen, wenn eine Notwendigkeit besteht, kann ein unmissverständliches Wertversprechen überzeugen. 
  • Errege Aufmerksamkeit mit Extras: Einige Vorteile sind Verbrauchern besonders wichtig. Du kannst neue Kunden gewinnen, indem du exklusive Inhalte oder Rabatte anbietest.
  • Frage nur nach den nötigsten Informationen: Wenn zu viele Daten abgefragt werden, schreckt das viele Nutzer sofort ab und führt dazu, dass sie den Kauf bzw. die Installation der App abbrechen.
  • Aktualisiere deine App stets nach den neuesten Standards: Bösartige Apps, wie etwa dubiose Nachahmungen eines Konkurrenten, sind weit verbreitet und können Software-Patching vermieden werden.
  • Hole Feedback ein: Sammle Nutzerfeedback, um die App zu verbessern.
Wie geht es weiter? Wirf einen Blick auf unser Programmiersoftware & Entwicklertools-Software-Verzeichnis, um weitere Tools zu finden.


Methodologie

Um die Daten für diese Studie zu erheben, hat GetApp im Juni 2023 eine Online-Umfrage durchgeführt. Als Teilnehmer wurden insgesamt 1019 Verbraucher zum Thema Apps & Super App befragt, die Apps mindestens ein paar Mal pro Woche verwenden. Weitere Auswahlkriterien waren:

  • Wohnsitz in Deutschland
  • Zwischen 18 und 65 Jahre alt


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Über den Autor oder die Autorin

Rosalia ist Content Analyst für GetApp und unterstützt KMU mit Einblicken in IT-Themen und Softwares. Masterabsolventin der HHU Düsseldorf, lebt in Barcelona.

Rosalia ist Content Analyst für GetApp und unterstützt KMU mit Einblicken in IT-Themen und Softwares. Masterabsolventin der HHU Düsseldorf, lebt in Barcelona.