Erfahre warum GetApp kostenlos ist

Studie: Wie Unternehmen die Führung internationaler Teams optimieren können

Veröffentlicht am 4.3.2024 von Rosalia Mousse

Immer mehr Unternehmen investieren im Ausland. Erfahre in dieser Studie mehr über die Herausforderungen von Mitarbeitern, die Teil internationaler Teams sind, inklusive praktischer Tipps für Unternehmen, solche Teams effektiv zu führen.

Wie Unternehmen die Führung internationaler Teams optimieren können

Wird der Wirtschaftsstandort Deutschland zu teuer für einheimische Unternehmen?

Mehr und mehr deutsche Unternehmen verlagern ihr Geschäft ins Ausland. Die Gründe: die im internationalen Vergleich hohen Energiepreise, Steuerbelastungen und Bürokratiekosten. 

Das und die zunehmende Digitalisierung mit den Möglichkeiten der Telearbeit haben zu einem Anstieg der weltweiten Einstellungen geführt. Infolgedessen sind viele Unternehmen zum ersten Mal multinational tätig, was die Mitarbeiter vor neue Herausforderungen stellt, wenn es darum geht, Zeitzonenunterschiede zu bewältigen, eine enge Zusammenarbeit mit Kollegen in anderen Ländern aufrechtzuerhalten und mit einer zunehmend fragmentierten Unternehmenskultur verbunden zu bleiben. 

Ziel dieser Studie ist es, mehr über die Herausforderungen zu erfahren, die sich den Arbeitnehmern bei der länderübergreifenden Zusammenarbeit stellen, und Unternehmen praktische Tipps für die Führung internationaler Teams zu bieten. Dafür wurden im Januar 2024 knapp 500 Arbeitnehmer befragt. Die vollständige Methodik findest du am Ende.

30 % der Angestellten erwarten in den nächsten 12 Monaten eine verstärkte Zusammenarbeit mit Kollegen im Ausland

Einer Umfrage des Bundesverbands der Deutschen Industrie e.V. (BDI) in 2023 zufolge sind 16 % der befragten Unternehmen aktiv dabei, Teile der Produktion und Arbeitsplätze ins Ausland zu verlagern, und weitere 30 % ziehen diesen Schritt in Betracht.

Auch unsere Ergebnisse zeigen einen Trend zu Investitionen deutscher Unternehmen im Ausland: Mit 52 % arbeitet die Mehrheit der befragten Arbeitnehmer mindestens einmal pro Monat mit Kollegen zusammen, die in anderen Ländern leben. Dieser Prozentsatz der Teilnehmer dient als Grundlage für alle weiteren Zahlen in diesem Bericht. 

Während 34 % dieser Teilnehmergruppe angaben, dass eine länderübergreifende Zusammenarbeit in ihrem Unternehmen bereits seit längerer Zeit (mindestens seit fünf Jahren) etabliert ist, erklärten weitere 44 %, dass sie in ihrem derzeitigen Job erst vor weniger als 2 Jahren damit begonnen haben, mit Kollegen in anderen Ländern zusammenzuarbeiten. Das deutet darauf hin, dass viele Unternehmen erst seit kurzem damit begonnen haben, ihr Geschäft ins Ausland zu verlagern.

Internationale Teams: Zusammenarbeit mit Kollegen im Ausland

Darüber hinaus denken 30 %, dass ihre Zusammenarbeit mit Kollegen, die im Ausland leben, in den nächsten 12 Monaten zunehmen wird. Zum Vergleich: Der Anteil der Arbeitnehmer, die das Gegenteil erwarten, ist vergleichsweise gering: So glauben 14 %, dass die Kollaboration mit Kollegen im Ausland abnehmen wird.

Die Gründe dafür können vielfältig sein (z.B. die Erschließung neuer Märkte), aber im Lichte der gegenwärtigen Wirtschaftslage ist es wahrscheinlich, dass geringere Kosten im Ausland für Produktion, Löhne und Miete einen wesentlichen Faktor spielen.

Mit der Zunahme der länderübergreifenden Kollaboration sollten sich die Unternehmen im Voraus über die Faktoren im Klaren sein, die diese Zusammenarbeit beeinflussen können, wie zum Beispiel verschiedene Zeitzonen.

Verschiedene Zeitzonen können die effektive Zusammenarbeit beeinträchtigen

Es kann eine ziemliche Herausforderung sein, den Überblick über die Zeiten von Mitarbeitern zu behalten, die auf der ganzen Welt verteilt sind. Vor allem, wenn sie sich in verschiedenen Zeitzonen befinden. 

Von der Teilgruppe, die mindestens einmal pro Monat mit Kollegen aus anderen Ländern zusammenarbeitet, berichten 17 %, dass die größte Zeitdifferenz zwischen ihnen und einem Kollegen aus einem anderen Land nur eine Stunde beträgt. Bei 14 % sind es sechs Stunden und bei 12 % sogar acht. 

Zeitdifferenzen zwischen Arbeitskollegen in verschiedenen Ländern

Insbesondere bei großen Zeitunterschieden innerhalb eines Teams ist eine effektive Koordination deshalb unverzichtbar. Unterschiedliche Zeitzonen können zur Verwirrung, Verzögerung in der Kommunikation und Schwierigkeiten bei der Zusammenarbeit führen.

3 Tipps zum Umgang mit verschiedenen Zeitzonen bei der Führung internationaler Teams

Hier sind drei Tipps, wie Unternehmen besser mit verschiedenen Zeitzonen umgehen können.

1. Zeitumstellung beachten: 

In Deutschland wird die Zeit im März und Oktober umgestellt. Das gilt aber nicht für jedes Land. Länder auf der Nordhalbkugel (z.B. die USA und Kanada) folgen zwar auch einer Zeitumstellung, aber sie findet nicht an den gleichen Tagen statt wie in Deutschland. In Ländern, die in der Nähe des Äquators liegen (z.B. Brasilien und Indonesien), wird die Zeit dagegen nicht umgestellt.

Zusätzlich zur Zeitverschiebung, die bereits zwischen vielen Ländern besteht, wird die Koordinierung globaler Teams durch die Zeitumstellung noch komplexer. Zeitzonenumrechner können helfen, die richtige Zeit zu bestimmen. Andernfalls müssen Manager jede einzelne Zeitzone manuell überprüfen, was mühsam und fehleranfällig sein kann. Viele Tools wie Instant Messenger & Chat-Software, Online-Meeting-Tools und E-Mail-Programme, die die Zusammenarbeit mit Kollegen aus anderen Ländern unterstützen, verfügen über eingebaute Möglichkeiten, um Zeitzonenunterschiede zu verarbeiten, die ebenfalls die Zeitumstellung berücksichtigen.

2. Zeitzonen für Abgabefristen berücksichtigen:

Wenn internationale Teams zusammenarbeiten, ist es hilfreich, die Deadline in allen betroffenen Zeitzonen anzugeben, damit keine Verwirrung darüber entsteht, wann das Projekt abgeschlossen sein muss. Wenn zum Beispiel ein in Berlin ansässiger Content-Manager einem in New Delhi ansässigen Copywriter einen Abgabetermin für „10 Uhr am Montag” vorgibt, ist unklar, ob die Frist für 10 Uhr CET oder IST gilt. Dies kann dazu führen, dass Content nicht am geplanten Datum veröffentlicht werden kann. Missverständnisse dieser Art können zu Störungen im Arbeitsablauf führen und lassen sich einfach vermeiden. 

3. Die Möglichkeiten digitaler Tools ausschöpfen:

Die Fülle an Technologie, die uns heute zur Verfügung steht, kann für die Führung internationaler Teams von unschätzbarem Wert sein. Unternehmen sollten sich scheuen, von diesem Angebot Gebrauch zu machen. Anwendungen wie Task-Management-Tools, Collaboration-Software, Filesharing-Software und Workflow-Management-Programme ermöglichen es Teammitgliedern in verschiedenen Zeitzonen, an denselben Projekten zu arbeiten, sich gegenseitig über Fortschritte zu informieren und jederzeit auf dem gleichen Stand zu bleiben. 

Länderübergreifende Zusammenarbeit: Ein zweischneidiges Schwert

Das meiste im Leben hat zwei Seiten, so auch transnationale Kollaborationen. Die Kunst besteht darin, die Vorteile zu erkennen und für sich zu nutzen, und in Herausforderungen Chancen zu sehen.

Bei der Führung internationaler Teams liegen einige Vor- und Nachteile auf der Hand: Vorteile sind zum Beispiel der Zugang zu einem globalen Talentpool in Zeiten von Fachkräftemangel und eine höhere Resilienz in Krisensituationen, falls die Wirtschaft an einem der Standorte leidet. Herausfordernd können dagegen unterschiedliche Zeitzonen sein, wie wir gesehen haben, sowie die Anpassung von Arbeitsabläufen.

Für die befragten Arbeitnehmer spielen in ihrem Arbeitsalltag jedoch häufig andere Dinge eine größere Rolle. Laut der Umfrage sind die größten Vorteile der Zusammenarbeit mit Kollegen aus anderen Ländern das Kennenlernen anderer Arbeitskulturen (34 %), die Verbesserung der Kommunikationsfähigkeiten (33 %) sowie Diversität und Inklusion (31 %).

Die größten Vorteile der Zusammenarbeit mit Kollegen, die im Ausland leben

Das Gefühl der Inklusion kann einen großen Unterschied für die Zufriedenheit und die Leistung der Mitarbeiter und infolgedessen das Mitarbeiterengagement und die Mitarbeiterbindung machen. Kleine Dinge wie die Respektierung der Arbeitszeiten von Mitarbeitern in anderen Ländern können viel bewirken.

Demgegenüber nannten die Befragten Sprachbarrieren (48 %), kulturelle Missverständnisse (37 %) und unbeständige Arbeitszeiten (ebenfalls 37 %) als die größten Herausforderungen bei der Zusammenarbeit mit Kollegen in anderen Ländern.

Die größten Nachteile der Zusammenarbeit mit Kollegen, die im Ausland leben

3 Wege, um diese Herausforderungen in Chancen zu verwandeln

Hier sind drei Tipps für Unternehmen, um die von den Umfrageteilnehmern angegebenen größten Herausforderungen bei der Zusammenarbeit mit Kollegen, die in anderen Ländern leben, zu meistern.

  1. Sprachbarrieren: Um Schwierigkeiten in der Verständigung zwischen Angehörigen verschiedener Sprachen auf ein Minimum zu reduzieren, können Unternehmen eine einheitliche Unternehmenssprache festlegen, die jeder Mitarbeiter beherrschen sollte. Außerdem können Personaler ausgeschriebene Positionen im Hinblick auf Sprachkompetenz bewerten. Nicht jeder Job erfordert ein hohes Maß an Kommunikation. Mitarbeiter, die als Software Engineers beschäftigt sind und den Großteil des Tages damit verbringen, Code zu schreiben, müssen nicht so sprachgewandt sein wie jemand aus dem Projektmanagement.
  2. Kulturelle Missverständnisse: Die Vermeidung und Lösung von Missverständnissen hat viel mit Kommunikation zu tun. Kommunikationsfähigkeiten erfordern zum Beispiel aktives Zuhören, Empathie, Konflikt- und Kritikfähigkeit. Das sind Kompetenzen, die trainiert werden können, zum Beispiel in Schulungen. Unternehmen können eigene Kurse entwerfen, die an ihre spezifischen Bedürfnisse angepasst sind.
  3. Unbeständige Arbeitszeiten:
    Im Allgemeinen sollten Manager die Arbeitszeiten aller Teammitglieder respektieren und Sitzungen entsprechend planen. Manchmal können jedoch Ad-hoc-Besprechungen anberaumt werden, die außerhalb der normalen Arbeitszeiten einiger Mitarbeiter liegen. Eine einfache Lösung wäre es, diese Sitzungen aufzuzeichnen. Das ist ohnehin immer eine gute Idee, kommt aber in diesem Szenario besonders gelegen. Auf diese Weise können die Teamleiter den Mitarbeitern, die nicht an der Sitzung teilnehmen können, die Aufzeichnung zur Verfügung stellen, anstatt von ihnen Überstunden zu erwarten.

Internationale Meetings planen und durchführen: Best Practices

„Ich werde den Anfang der nächsten Sitzung verpassen, wenn wir wieder überziehen”, „Meine Anwesenheit war überflüssig”, „Hätte ich die Frage doch gestellt, als ich die Gelegenheit dazu hatte”: Wenn einem Arbeitnehmer diese oder ähnliche Gedanken nach einem Meeting durch den Kopf gehen, kann man davon ausgehen, dass das Ziel - eine produktive Zusammenarbeit - nicht erreicht wurde.

Insbesondere in Teams, die aufgrund der unterschiedlichen Standorte ihrer Mitglieder vermehrt auf Videokonferenzen angewiesen sind, kann das frustrieren und mehr Probleme schaffen als lösen. Dies spiegelt sich in den Ergebnissen unserer Umfrage wider: Demnach stimmen 25 % der Aussage nicht zu, dass Meetings mit Kollegen, die in anderen Ländern leben, pünktlich starten und enden. Auch ein im Voraus festgelegter, klarer Ablaufplan ist nach Meinung von 22 % nicht gegeben. 

Eine Möglichkeit, um diese Probleme zu beheben und ein produktives Meeting durchzuführen, besteht darin, eine Liste mit Aufzählungspunkten zu verschicken, die in der bevorstehenden Sitzung besprochen werden sollen. So kann jedes Teammitglied, dessen Teilnahme nicht zwingend erforderlich ist, selbst entscheiden, ob es den Termin wahrnimmt oder nicht. Mit einer klaren Agenda lässt sich zudem vermeiden, dass ein Meeting länger dauert als geplant.

Als weiteren Pain Point nannten 21 % der Befragten, dass sie sich damit nicht wohlfühlen, sich in internationalen Meetings aktiv einzubringen.

Das könnte daran liegen, dass verschiedene Kulturen unterschiedliche Arten der Kommunikation haben. Die direkte Kommunikation, für die die Deutschen bekannt sind, kann in anderen Kulturkreisen zum Beispiel als zu forsch empfunden werden. Ein Lösungsansatz kann sein, Meeting-Teilnehmern die Möglichkeit zu geben, anonym Fragen zu stellen.

Eine andere Methode wäre, Teambuilding-Aktivitäten zu veranstalten, die dabei helfen können, kulturelle Grenzen zu überwinden. Dabei geht es darum, dass die Teammitglieder sich auf der persönlichen Ebene besser kennenlernen. So können Teamleiter eine positive Unternehmenskultur fördern, die Kommunikation und Teamleistung steigern und das Engagement der Mitarbeiter erhöhen. 

Internationale Teams führen: Zusammenfassung

Wie wir gesehen haben, müssen Manager viele Dinge im Blick haben, um internationale Teams zu führen - ob Sprachbarrieren, unterschiedliche Zeitzonen oder kulturelle Unterschiede. Eine gute Vorbereitung und das Wissen um mögliche Stolperfallen sind deshalb das A und O, um eine erfolgreiche grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu gewährleisten. Um den Einstieg leichter zu machen, haben wir hier nochmal unsere top Tipps zusammengefasst:    

  • Verschiedene Zeitzonen berücksichtigen:
    • Zeitumstellung beachten.
    • Zeitzonen für Abgabefristen bedenken.
    • Digitale Tools nutzen, um den Arbeitsablauf zu organisieren und zu optimieren.
  • Die größten Herausforderungen im internationalen Team erkennen und bewältigen:
    • Sprachbarrieren: Eine einheitliche Unternehmenssprache festlegen und gewünschte Sprachkompetenzen in Stellenausschreibungen formulieren. 
    • Kulturelle Missverständnisse: Kommunikationsfähigkeit der Mitarbeiter fördern, zum Beispiel mithilfe von Schulungen.
    • Unbeständige Arbeitszeiten: Meetings für Mitarbeiter aufzeichnen, die nicht teilnehmen können, weil sie außerhalb ihrer normalen Arbeitszeit stattfinden. 
  • Best Practices für Meetings festlegen:
    • Eine klare Agenda im Vorfeld an alle Teilnehmer verschicken.
    • Die geplante Start- und Endzeit von Meetings einhalten.
    • Möglichkeit der anonymen Fragestellung anbieten. 
Wie geht es weiter? Wirf einen Blick auf unser Software-Verzeichnis für Kollaborationstools, um das passende Tool zu finden.


Methodologie:

Die State of Productivity-Studie von GetApp wurde im Januar 2024 online unter 497 Befragten in Deutschland durchgeführt. Ziel der Studie war es, mehr über die Herausforderungen zu erfahren, mit denen Arbeitnehmer bei der Zusammenarbeit in anderen Ländern konfrontiert sind. Die Befragten wurden auf ihre Beschäftigung in Unternehmen geprüft, die entweder hybride oder vollständig dezentrale Arbeitsformen anbieten.


Dieser Artikel kann auf Produkte, Programme oder Dienstleistungen verweisen, die in deiner Region nicht verfügbar sind oder die durch die Gesetze oder Vorschriften des Landes eingeschränkt sein können. Wir empfehlen, sich direkt an den Softwareanbieter zu wenden, um Informationen über die Produktverfügbarkeit und Rechtskonformität zu erhalten. Gender Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei Personenbezeichnungen und personenbezogenen Hauptwörtern auf dieser Website die männliche Form verwendet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform hat nur redaktionelle Gründe und beinhaltet keine Wertung.

Über den Autor oder die Autorin

Rosalia ist Content Analyst für GetApp und unterstützt KMU mit Einblicken in IT-Themen und Softwares. Masterabsolventin der HHU Düsseldorf, lebt in Barcelona.

Rosalia ist Content Analyst für GetApp und unterstützt KMU mit Einblicken in IT-Themen und Softwares. Masterabsolventin der HHU Düsseldorf, lebt in Barcelona.