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Drohnen in der Logistik: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Einsteiger

Veröffentlicht am 11.2.2019 Geschrieben von Ines Bahr und Dan Taylor.

Amazon bereitet den Weg, um Drohnen in der Logistik einzusetzen.

Anfang letzten Jahres erhielt Amazon ein Patent für eine Lieferdrohne, die in der Lage ist, auf menschliche Gesten zu reagieren — mithilfe eines ausgestreckten Daumens, durch Zurufen oder Winken kann die Position der Drohne verändert werden.

Der Logistik-Riese hat Prime Air zu einer seiner obersten Prioritäten erklärt – als Teilkomponente seines Vorhabens, eine Flotte zu entwickeln, mit der Kunden Pakete innerhalb einer halben Stunde zugestellt werden können.

Prime Air (Video in Deutsch) besitzt großes Potenzial, die Serviceleistungen zu verbessern, die wir bereits Millionen Kunden bieten, indem es eine schnelle Paketzustellung gewährt und zudem die Gesamtsicherheit und Effizienz des Transportsystems erhöht“, verkündet Amazon auf seiner Webseite.

Und Drohnen werden die Logistik nicht nur in Bezug auf Paketlieferungen verändern.

Drohnen in der Logistik

Drohnen in der Logistik: So gelingt der Einstieg

Drohnen werden zunehmend auch zu einer Option für kleinere Logistikunternehmen, die sich nicht ausschließlich mit Lieferungen befassen, sondern beispielsweise ein Lagerhaus verwalten. In Kombination mit guter Logistik Software können Drohnen die Effizienz deines Unternehmens deutlich steigern.

Drohnen sind günstig geworden. Eine qualitativ hochwertige bekommt man bereits für wenige hundert Euro. Es gibt absolut keinen Grund, sich nicht auch unter die Drohnennutzer zu mischen — und man sollte es, wenn man sich von der Konkurrenz nicht abhängen lassen will.

Innerhalb der kommenden fünf Jahre solltest du damit beginnen, eine Drohne in deinen täglichen Arbeitsablauf zu integrieren, um keine Marktanteile an Konkurrenten zu verlieren, die dank der Drohnen bei ihren Lieferungen bereits Zeit und Kosten einsparen.

Nehmen wir Walmart als Beispiel: Die US-Ladenkette setzt seit ein paar Jahren testweise Drohnen in ihren Lagerhäusern ein, denn Walmart ist bewusst, dass in dieser Technik die Zukunft der Lagerhausverwaltung liegt.

Drohnen zum Einsatz zu bringen, ist zweifellos eine Herausforderung, die zunächst einmal einschüchtert. Es ist eine nagelneue Technologie, und sie erstmals einzusetzen bedeutet, seine gewohnten Verfahrensweisen für Lieferungen oder bei der Lagerhausverwaltung von Grund auf zu verändern. Wie fängt man also am besten an?

Wir haben eine übersichtliche Schritt-für-Schritt-Checkliste erstellt, um dir dabei zu helfen, Drohnen in deine Arbeitsprozesse einzubinden.

1. Finde heraus, wobei dir Drohnen am meisten helfen können

Wer ein Versandzentrum oder ein Lagerhaus betreibt, ist ein ausgezeichneter Kandidat, um sich an Drohnen zu versuchen. Drohnen stellen eine effiziente Alternative zu Förderbändern dar, um Waren zu transportieren und Kartons umzulagern, und können auch dazu dienen, Paletten zu zählen.

Nimm dir etwas Zeit, um zu analysieren, wie dein Vertriebszentrum operiert. Was sind die maximale Größe und das Höchstgewicht der Objekte, die transportiert werden müssen? Wie viel Zeit verbringen die Mitarbeiter mit der Erfassung des Inventars? Wie effektiv ist das Sicherheitssystem deines Lagerhauses?

Drohnen können hilfreich sein, um Gegenstände zu transportieren, aber sie sind nicht für große Gewichte geschaffen. Als reines Transportmittel ist ihr Nutzen daher etwas eingeschränkt, aber sie bieten noch andere Einsatzmöglichkeiten.

Wie oben bereits erwähnt, setzt Walmart Drohnen mit Scannerfunktion zur Kontrolle von Lagerbeständen ein. Auch deinem Team könnte dadurch Arbeit abgenommen werden. Und man erzielt damit eine große Zeitersparnis — Drohnen können im gleichen Zeitraum die Arbeit dutzender Angestellter verrichten.

Drohnen in der Logistik
Drohne von Eyesee zum Scannen des Inventars

Eine weitere Einsatzmöglichkeit für Drohnen ist die Video-Überwachung. Lagerhäuser sind randvoll mit allen möglichen Dingen, die gern gestohlen werden. Drohnen bieten mehr Flexibilität als festinstallierte Kameras und können zu jeder Zeit die gesamte Lagerfläche im Blick behalten.

Auf welchem dieser Gebiete besteht für dich der größte Bedarf? Sobald du das herausgefunden hast, ist es Zeit für den nächsten Schritt.

2. Finde die passende Drohne

Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, eine Drohne auszuwählen, die am besten auf deine Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Drohnen können in drei Funktionsbereiche unterteilt werden: Für den Transport, zur Inventar-Erfassung oder Überwachung.

Transport:

Wie bereits erwähnt, können Drohnen Waren nur bis zu einem begrenzten Gewicht befördern. Sie sind also nichts für jemanden, der eine tonnenschwere Kiste transportieren will.

Geht es aber nur darum, kleine Päckchen zu befördern, gibt es auf dem Markt ein paar Optionen, die dafür infrage kommen.

AeroExpo bietet mehrere Drohnenmodelle mit unterschiedlicher Flugdauer und Maximallast für den Transport und andere Einsatzbereiche an. Die Firma MicroDrones stellt unbemannte Luftfahrzeuge her, die derzeit für eilige Medikamentenlieferungen und für den Transport anderer Waren in abgelegene Gegenden eingesetzt werden. DHL hat den „ Paketkopter“ in einem Pilotprojekt zum Einsatz gebracht.

Drohnen in der Logistik
Ein unbemanntes Luftfahrzeug des Herstellers Microdrones (Source)

Inventar-Erfassung:

Drohnen zur Überprüfung des Inventars dürften in der Logistik am häufigsten Verwendung finden.

Der amerikanische Hersteller PINC bietet Lagerhaus-Drohnen, mit deren Hilfe Unternehmen eine bedeutende Bestandsmenge erfassen und ihre Effizienz bei der Inventarprüfung insgesamt verbessern können. Außerdem gibt es den autonomen Flugroboter InventAIRy von Hexagon Geosystems. Er erfasst Lagerobjekte im Innen- und Außenbereich und basiert auf dem Internet der Dinge. Weiterhin gibt es die kompakte Drohne Eyesee, die für den Einsatz im Innenbereich optimiert ist.

Überwachung:

Da Überwachungsdrohnen im Prinzip bloß unbemannte Luftfahrzeuge mit integrierter Kamera sind, bekommt man sie zu sehr günstigen Preisen.

Der Hexacopter Typhoon H ist eine Drohne mit Wärmebildkamera, die einem ermöglicht, deutlich mehr zu sehen als mit einer gewöhnlichen Kamera. DJI vertreibt eine Auswahl von Drohnen und Kameras, die entsprechend aufgerüstet zur Überwachung genutzt werden können.

3. Experimentiere auf kleinem Maßstab

Wenn man etwas Neues ausprobiert, kann es eine gute Idee sein, sich bei den Branchenkundigen etwas abzugucken.

UPS hat mit Lieferungen per Drohne experimentiert, aber anstatt gleich eine ganze Schar von Drohnen durch ihre Lagerhäuser schwirren zu lassen, haben sie klein angefangen und sich mit Partnern zusammengetan, die wissen, was sie tun.

Die Wohltätigkeitsorganisation von UPS schloss sich mit dem Drohnenlieferdienst Zipline und der Impfallianz Gavi zusammen, um temperaturempfindliche Impfstoffe und Blutkonserven in schwer zugängliche Gegenden in Ruanda zu liefern. UPS war vor Ort, als Zipline die Drohnen auf einem Feld in der Nähe von San Francisco testete.

Die Drohnen können nur Sendungen bis zu 3,3 Pfund befördern – nicht genug, um UPS bei seinem Tagesgeschäft zu helfen. Aber auch wenn das Unternehmen die Drohnen derzeit zu wohltätigen Zwecken einsetzt, darf man sicher sein, dass der Logistik-Gigant noch andere Dinge damit im Sinn hat. Schließlich wird die Drohnen-Technologie ständig weiterentwickelt und verbessert.

Drohnen in der Logistik
Lieferdrohne der Projektpartner UPS, Gavi und Zipline (Source)

Selbst wenn man glaubt, mehrere Drohnen zu brauchen, ist es ratsam, zunächst eine Testphase mit nur einer Drohne einzulegen.

Während der Testphase sollten deine Mitarbeiter sie genauestens im Blick behalten, um Probleme rasch zu erkennen — ähnlich wie die Sicherheitsperson auf dem Fahrersitz der vollautonomen Roboterautos der Zukunft, die im Ernstfall das Steuer übernehmen kann. Auf diese Weise kann man überprüfen, ob die Drohne die Arbeitsabläufe im Betrieb tatsächlich effizienter gestaltet, bevor man gleich einen Haufen Geld in eine ganze Flotte steckt.

Scheue dich nicht, den Drohnen-Hersteller, der vermutlich auch die Software bereitstellt, zu bitten, dir bei der Inbetriebnahme des Geräts behilflich zu sein. Bei der Verhandlung mit dem Lieferanten kannst du um ein Training vor Ort und um weiteren Kundensupport bitten.

4. Binde die Drohnen fest in dein Tagesgeschäft ein

Sobald du sicher bist, dass du die passende Drohne gefunden und alles Notwendige für die praktische Anwendung hast — wie die Unterlagen und ein Training —, beginne damit, die Technologie als festen Bestandteil in deinen Betrieb einzubinden. Setze die Drohne schrittweise ein, um direkt auf Probleme reagieren zu können und das Risiko zu verringern, dass Chaos entsteht.

Binde deine Angestellten in den gesamten Prozess mit ein. Setze regelmäßig Besprechungen an, während die neue Technologie im Unternehmen getestet wird, um dir ein Bild davon zu machen, wie die Dinge vor Ort laufen.

Entstehen durch die neue Drohne Probleme in einem anderen Bereich? Gibt es eine Möglichkeit, Abhilfe zu schaffen? Wäre es denkbar, sie anders zum Einsatz zu bringen, um deinen Angestellten den Arbeitsalltag zu erleichtern? Deine Mitarbeiter sollten während des gesamten Prozesses deine Augen und Ohren sein.

Drohnen in seine Betriebslogistik zu integrieren, muss kein schwieriges Unterfangen sein. Es erfordert nur den Willen, den ersten Schritt zu tun und während der Anwendung gegebenenfalls nachzubessern.

Erfahre mehr darüber, wie Technologie deine Betriebslogistik unterstützen kann

Neue Technologie in einen logistischen Prozess einzubinden, erfordert immer Fingerspitzengefühl, denn es hat umfassende Änderungen eines Betriebsablaufs zur Folge, den man mit viel Arbeit ans Laufen gebracht hat. Doch was Drohnen betrifft, so ist ihr potenzieller Nutzen einfach zu groß, um sie einfach links liegen zu lassen.

Auf der Suche nach Logistik Software? Hier findest du Capterras Liste der besten Softwarelösungen für Logistik.


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Über die Autoren

Ines Bahr ist Senior Content-Analystin mit fast zehn Jahren Erfahrung im Bereich Content-Marketing und Technologietrends auf dem deutschen Markt. ​​Ihre Forschung zeigt Markttrends auf, die es Unternehmen ermöglichen, innovativ zu sein und mit ihrer Konkurrenz Schritt zu halten. Sie ist Expertin darin, kleinen und mittleren Unternehmen dabei zu helfen, die richtige Software für ihre Bedürfnisse zu finden. Auf dem YouTube-Kanal von GetApp stellt sie Tool-Listen vor, die für deutsche Unternehmen wichtig sind. Ihre Schwerpunkte sind Personalwesen, Cybersicherheit und Digitalisierungsstrategien. Ihre Digitalisierungstipps basieren auf mehr als 30 Studien, die sie für den deutschen und andere Märkte auf der ganzen Welt durchgeführt hat. Ihre Softwareempfehlungen basieren auf der Analyse von Nutzerbewertungen auf GetApp (insgesamt mehr als 2 Millionen) und folgen einer präzisen Auswahlmethodik. Ines Forschungsarbeiten wurden in mehreren renommierten Publikationen veröffentlicht, darunter Spiegel, Heise, t3n, FAZ, Business Insider, Tagesspiegel, Focus, und Handelsblatt. Darüber hinaus hat sie als Speakerin an Veranstaltungen teilgenommen, Podcasts produziert und mehrere Interviews gegeben, beispielsweise für die Digital Bash-Veranstaltung und den Zielgruppengerecht-Podcast.

Ines Bahr ist Senior Content-Analystin mit fast zehn Jahren Erfahrung im Bereich Content-Marketing und Technologietrends auf dem deutschen Markt. ​​Ihre Forschung zeigt Markttrends auf, die es Unternehmen ermöglichen, innovativ zu sein und mit ihrer Konkurrenz Schritt zu halten. Sie ist Expertin darin, kleinen und mittleren Unternehmen dabei zu helfen, die richtige Software für ihre Bedürfnisse zu finden. Auf dem YouTube-Kanal von GetApp stellt sie Tool-Listen vor, die für deutsche Unternehmen wichtig sind. Ihre Schwerpunkte sind Personalwesen, Cybersicherheit und Digitalisierungsstrategien. Ihre Digitalisierungstipps basieren auf mehr als 30 Studien, die sie für den deutschen und andere Märkte auf der ganzen Welt durchgeführt hat. Ihre Softwareempfehlungen basieren auf der Analyse von Nutzerbewertungen auf GetApp (insgesamt mehr als 2 Millionen) und folgen einer präzisen Auswahlmethodik. Ines Forschungsarbeiten wurden in mehreren renommierten Publikationen veröffentlicht, darunter Spiegel, Heise, t3n, FAZ, Business Insider, Tagesspiegel, Focus, und Handelsblatt. Darüber hinaus hat sie als Speakerin an Veranstaltungen teilgenommen, Podcasts produziert und mehrere Interviews gegeben, beispielsweise für die Digital Bash-Veranstaltung und den Zielgruppengerecht-Podcast.


Dan war Content Analyst für GetApp.

Dan war Content Analyst für GetApp.