Und wie machst du deine Buchhaltung?

Veröffentlicht am 17.2.2020 von Ines Bahr

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Buchhaltung noch per Hand oder in Excel? Wie läuft das so für dich? Nicht so toll? Du denkst darüber nach, eine Buchhaltungssoftware zu benutzen? Oder bist du unzufrieden mit deiner jetzigen? Hier die gute Nachricht: Wir haben mit über 500 kleinen und mittelständischen Unternehmen darüber geredet, ob sie eine Buchhaltungssoftware nutzen und wie zufrieden sie damit sind. Hier die Ergebnisse. Wir hoffen, dass dir dieser Artikel bei der Suche nach der optimalen Lösung hilft.

Ein erstes Ergebnis: Weniger Software im Einsatz als gedacht!

buchhaltung führen - Buchhaltungssoftware

Von 528 befragten Unternehmen setzen nur 241 (45,64 %) eine spezielle Buchhaltungssoftware ein – 287 (53,14 %) erledigen ihre Buchhaltung noch mithilfe einer Tabellenkalkulation wie Excel oder auch per Hand. Wir hatten mit einer deutlich höheren Adaptionsrate für dezidierte Software gerechnet. Und damit nicht genug, auch die Art der typischen Software widersprach unseren Erwartungen.

Die typische Software im Einsatz: Offline und ein bisschen meh

installierte oder cloud software

Von den 241 Unternehmen, die eine Buchhaltungssoftware einsetzen, verwenden ganze 72 % eine lokal installierte Software, gerade einmal 21 % setzen auf eine Cloud-Lösung. 73 % der Lösungen kommen anscheinend ohne mobile App – oder zumindest nicht mit einer mobilen App, die auch tatsächlich genutzt wird.

mobile app buchhaltung

Natürlich könnte das alles dadurch erklärt werden, dass die Benutzer sich keine mobile Lösung aus Cloud + App wünschen. Das widerspricht aber einem anderen Ergebnis der Studie: Immerhin 43 % der Befragten bezeichnen die Möglichkeit, ihre Buchhaltungssoftware mobil zu nutzen als wichtig oder sehr wichtig; wogegen nur 23 % dies als unwichtig bezeichnen. Vielleicht trägt diese Diskrepanz zu einem der wichtigsten Ergebnisse unserer Studie bei: Die meisten Benutzer finden ihre eingesetzte Buchhaltungssoftware wohl nicht so den Hammer. Immerhin 53 % der Befragten, die bereits eine Lösung einsetzen, geben an, dass sie unzufrieden sind und planen auf eine andere Lösung zu wechseln.

meh

Anwender beim Arbeiten mit einer typischen Buchhaltungssoftware

 

unzufriedenheit mit Buchhaltungssoftware

Geht das auch besser? Wie würde das aussehen?

Die hohe Zahl an Anwendern, die unzufrieden mit ihren Lösungen sind bzw. immer noch auf Excel oder Papier setzen, weist darauf hin, dass es noch keiner Lösung gelungen ist, für die breite Masse an kleinen und mittleren Unternehmen attraktiv zu sein. Spekulieren wir kurz: Wie müsste eine solche Lösung aussehen?

  • Cloud nutzen: Es ist 2020. Wir wollen unsere Buchhaltung auch mal im Zug oder in einem Café machen. Außerdem lassen sich Cloud-Lösungen meist schneller und unkomplizierter testen, bevor man Geld investiert. Auch wenn im Moment noch wenig Cloud-Nutzer unterwegs sind, wir sind uns ziemlich sicher, der Trend wird in diese Richtung gehen.
  • Tolle Mobile App bieten: Das ist schlichtweg ein Mindeststandard für jede Lösung, die heute auf den Markt kommt. Die Anwender wollen das und sollten es auch bekommen.
  • Aktuelle Gesetze umsetzen: Schwierigkeiten, immer mit den aktuellen gesetzlichen Vorgaben mitzuhalten, sind das am häufigsten genannte Problem in Bezug auf die Buchhaltung (16%). Lösungsanbieter, die Ihre Kunden hier aktiv unterstützen, könnten einen echten Vorteil erringen.
  • Einfache, intuitive UI, die mitdenkt: Die häufigsten Fehler bei der Buchhaltung unterlaufen Anwendern von Softwarelösungen in Bezug auf den Umgang mit Rechnungsnummern und anderen Rechnungsdaten (32 %) und dem Angeben der MwSt. und anderen steuerlich relevanten Informationen (16 %). Eine klar strukturierte UI, die mitdenkt und auf Probleme aufmerksam macht, kann hier helfen, Fehlerquellen zu vermeiden (z. B. indem ein Pop-up darauf aufmerksam macht, wenn ein Posten noch keine MwSt. verwendet).
  • Das richtige Preismodell: Es gibt eine ziemlich klare Präferenz, was den Preis einer Buchhaltungslösung angeht. Der Preisbereich von 11 bis 50 Euro pro Benutzer und Monat war der klare Favorit unserer Umfrage.

investitionsbereitschaft in neue Buchführungssoftware

Fazit: Raum für Wachstum

Buchhaltung scheint dafür gemacht zu sein, durch Software zumindest teilautomatisiert und beschleunigt zu werden. Und wir vermuten, dass sich nur wenige Anwender dagegen sträuben, weil ihnen die Buchhaltung so viel Spaß macht. Wann haben Sie sich das letzte Mal gedacht „Juchu, es ist Freitagnachmittag. Endlich habe ich Zeit, die eingegangen Rechnungen in Excel einzutippen!”? Genau … nie!

Für uns deutet das darauf hin, dass es ein Riesenpotential für eine Lösung gibt, Unternehmer zur Verwendung einer Buchhaltungssoftware zu bewegen und bereits bestehende Anwender zum Wechsel ihrer Lösung anzuregen. Wer die oben genannten Kriterien erfüllt und dies potenziellen Kunden auch vermitteln kann, könnte große Erfolge feiern. Das könnte einem der bestehenden Lösungsanbieter gelingen oder auch einem Newcomer. Und wer heute auf der Suche nach einer Lösung ist, kann unsere Kriterien als eine Art erste Checkliste nutzen. Auch wenn sie den Markt noch nicht erobert haben, es gibt sicher schon Lösungen, die jedes Häkchen an unserer Liste setzen können.

Bist du auf der Suche nach der idealen Buchhaltungssoftware für dein Unternehmen? Schau dir unsere Liste mit den besten Buchhaltungs-Tools an!

Dieser Artikel kann auf Produkte, Programme oder Dienstleistungen verweisen, die in deiner Region nicht verfügbar sind oder die durch die Gesetze oder Vorschriften des Landes eingeschränkt sein können. Wir empfehlen, sich direkt an den Softwareanbieter zu wenden, um Informationen über die Produktverfügbarkeit und Rechtskonformität zu erhalten.


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