Cloud Computing im Unternehmen: Wie wird die Kaufentscheidung für Cloud-Software in Deutschland getroffen 

Veröffentlicht am 4.1.2021 von Ines Bahr

Die Cloud wird zum Vehikel für vieles, was als Zukunft der IT angesehen wird – digitales Business, künstliche Intelligenz und Quantencomputing. Cloud Computing ist in sein zweites Jahrzehnt eingetreten und die Akzeptanz von Cloud-Software hat in Unternehmen jeder Größe und in verschiedenen Branchen zugenommen und breitet sich weltweit aus. Zunehmend wird die Cloud zur primären Weise, wie Softwareanwendungen bereitgestellt werden.

In GetApps Cloud Computing Studie untersuchen wir wie Cloud Computing im Unternehmen aussieht:

  1. Warum entscheiden sich IT-Verantwortliche für Cloud-Software und welche Bedenken haben sie? 
  2. Wie treffen Unternehmen die Kaufentscheidung für Cloud-Software, welche Faktoren sind bei der Auswahl am wichtigsten sind und wo liegen die größten Schwierigkeiten?
  3. Was ist die Zukunft der Cloud?

Dazu befragten wir 768 Manager und Inhaber aus kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland. Qualifizierte Teilnehmer sind am Auswahl- und Kaufprozess für Software in Ihrem Unternehmen verantwortlich, beteiligt oder damit vertraut sind. Die vollständige Studienmethodik befindet sich am Ende des Artikels. 

Cloud Computing im Unternehmen_Kaufentscheidung für Cloud-Software in Deutschland

Highlights der Studie: 

  • Inhaber und Manager finden Cloud-Software für die Zusammenarbeit und IT-Sicherheit am nützlichsten.
  • Die Sicherheit wird beim Softwarekauf als deutlich wichtiger, als der Preis angesehen. 
  • 65 % finden es wichtig bzw. sehr wichtig, dass der Cloud-Softwareanbieter einen Firmensitz in Deutschland hat.
  • 49 % suchen KI-Funktionen in Cloud-Software, die sie kaufen möchten.
  • 12 % der befragten KMU nutzen bereits Confidential Computing.

1. Warum entscheiden sich IT-Verantwortliche für Cloud-Software und welche Bedenken haben sie?

Die Hauptvorteile von Cloud-Software im Vergleich zu installierter Software 

Es gibt viele Vorteile von Cloud-Software gegenüber lokal installierter Software. Wir fragten die Manager und IT-Verantwortlichen nach den wichtigsten Gründen, warum sie sich für Cloud-Technologie entschieden haben: 

  • Zugriff von verschiedenen Geräten aus möglich (46 %)
  • Einfacher zu implementieren/einzurichten (44 %)
  • Zusammenarbeit wird einfacher z. B. gemeinsam genutzte Dokumente mit in Echtzeit angezeigten Änderungen verschiedener Teammitglieder (41 %)
  • Keine Backups, Installation, Updates usw. erforderlich (41 %)

Der Zugriff von verschiedenen Geräten und die Zusammenarbeit in Echtzeit sind vor allem während der aktuellen Krise von großer Bedeutung. So zeigt der erste Teil unserer Studie, dass 80 % der Unternehmen die verwendete Cloud-Software dabei geholfen hat, den durch COVID-19 entstandenen Herausforderungen zu begegnen.

Unternehmen, die noch keine Software zur Unterstützung ihrer Prozesse verwenden, haben leichtes Spiel bei der Implementierung einer Cloud-Lösung. Die Implementierung dauert häufig nur einige Minuten und Nutzer können sofort beginnen, die neue Software zu erkunden. 

Die meisten Unternehmen fangen jedoch nicht bei null an, sondern besitzen eine On-Premises-Software und wollen in die Cloud wechseln. Bedenke, dass bei der Migration einer bestehenden On-Premises-Anwendung auf eine SaaS-Software Herausforderungen bezüglich der Übertragung der vorhandenen Daten in die Cloud-Anwendung sowie der Softwarekonfiguration entstehen können. Die in der On-Premises-Lösung aufgebauten Prozesse können meist nicht 1:1 in die Cloud-Software übernommen werden. Hier benötigt es oftmals eine Anpassung sowie Neudefinition der internen Unternehmensprozesse, was zu einer schwierigen und zeitaufwendigen Aufgabe werden kann.

Die wichtigsten Cloud-Software-Bereiche

Die nützlichsten Cloud-Produkte

Die Zusammenarbeit und Kommunikation wird deutlich durch Cloud-Software erleichtert. An zweiter Stelle der nützlichsten Cloud-Software-Bereiche steht die IT-Sicherheit.

Sicherheitsbedenken bei der Cloud-Nutzung

Unternehmen beschweren sich über weniger Kontrolle über Unternehmensdaten, da diese auf dem Server des Softwareanbieters verarbeitet und gespeichert werden, die Abhängigkeit von Drittanbietern und Sicherheitsbedenken.

Nachteile von Cloud-Software

Wie stellen die kleinen und mittelständischen Unternehmen sicher, dass die in Cloud-Software übertragenen Daten sicher sind: 

  • Um die Sicherheit zu erhöhen, nutzt die Hälfte der Unternehmen nur verschlüsselte Cloud-Software zur Übertragung sensibler Informationen. 
  • 32 % übertragen keine sensiblen Informationen über unverschlüsselte Cloud-Software.
  • 29 % nutzen nur Cloud-Software mit einem Rechenzentrum in Deutschland, um sicherzustellen, dass die Datennutzung den nationalen Gesetzen entspricht. 
  • 25 % führen Personalschulungen zur sicheren Datenübertragung und -freigabe durch.

2. Cloud-Computing im Unternehmen: Wie wird die Kaufentscheidung für Cloud-Software getroffen

Anbietern mit Rechenzentrum in Deutschland wird vertraut

Software aus Deutschland ist häufiger teurer, als die Riesenanbieter aus den USA. Dafür werden jedoch Datensicherheit nach deutschem Recht, Deutschland-spezifische Funktionen (wie beispielsweise zur Einhaltung deutscher Gesetze) und ein deutscher Kundendienst angeboten. 

Wird eine deutsche Software genutzt, müssen sich Unternehmen deutlich weniger Sorgen um Compliance-Probleme mit lokalen Gesetzen (z. B. zum Datenschutz) machen. 

65 % finden es wichtig bzw. sehr wichtig, dass der Cloud-Softwareanbieter einen Firmensitz in Deutschland hat. 33 % würden eher unwahrscheinlich Cloud-Software aus den USA bzw. mit Rechenzentrum in den USA kaufen.

Sicherheit ist der wichtigste Faktor bei der Softwareauswahl

Die wichtigsten Faktoren beim Kauf von Cloud-Software in deutschen KMU sind Sicherheit, in der Software angebotene Funktionen und Preisoptionen. Die Sicherheit wird als deutlich wichtiger, als der Preis angesehen. 

Kauffaktoren Cloud-Software

Die meisten Unternehmen probieren 2-3 kostenlose Testversionen aus, bevor sie eine Cloud-Software erwerben. 74 % der Unternehmen benötigen unter einem Monat für die Auswahl einer Cloud-Software (von der ersten Recherche bis zum Softwarekauf).

KI-Funktionen werden in Cloud-Produkten nachgefragt

Durch Cloud-Dienste können Unternehmen dem wichtigen Trend der künstlichen Intelligenz folgen. Im eigenen Serverraum ist der Aufbau von KI-Systemen, die Unmengen an Rechenleistungen benötigen, für kleine Unternehmen nahezu unmöglich. Durch den revolutionären Aufstieg von Cloud-Technologien wird künstliche Intelligenz für Unternehmen jeder Größe zugänglich.

Viele Cloud-Produkte in Bereichen wie Helpdesk, CRM, E-Commerce, Logistik usw. Integrieren KI-Funktionen direkt in ihre Software. Die Funktionen können dadurch  ohne großen Programmieraufwand genutzt werden. 

Die künstliche Intelligenz ist seit einer Weile ein Trendthema, wird jedoch jetzt aktiv in Cloud-Software nachgefragt. So gibt knapp die Hälfte der Unternehmen an, bei der Investition oder geplanten Investition in Cloud-Software zu prüfen, ob Funktionen der künstlichen Intelligenz in den Produkten angeboten werden. 

Besonders für die IT-Sicherheit ist künstliche Intelligenz die Zukunft. KI entdeckt Anomalien schneller und sagt Risikobereiche vorher. Dadurch sind Unternehmen besser auf die immer komplexer werdenden Cyberattacken besser abgesichert. 

Die größten Schwierigkeiten beim Softwarekauf

Die größten Schwierigkeiten beim Softwarekauf sind Cloud-Softwareoptionen kennenzulernen und zu vergleichen und herauszufinden, welche Art von Cloud-Software das Unternehmen benötigt. 

Herausforderungen beim Software-Kauf

Gerade bei der Schwierigkeit Cloud-Optionen kennenzulernen und miteinander zu vergleichen kann GetApp hilfreich sein. Nutze unsere Filter für Preisoptionen, kostenlose Versionen bzw. Testversionen der Software, unterstützte Geräte, durchschnittliche Kundenbewertungen, Unternehmensgröße und angebotene Funktionen, um die Auswahl einzuschränken. 

3. Was ist die Zukunft der Cloud?

Von Cloud First zu Cloud Smart 

Seit fast einem Jahrzehnt ist “Cloud First” der vorherrschende Ansatz für Cloud-Einführungsinitiativen, da Unternehmen versuchen, die digitale Transformation und Modernisierung voranzutreiben.

Bei dem Cloud first Ansatz wird die Cloud-Einführung vor anderen Überlegungen priorisiert. Cloud-Technologien führen zu transformativen, kulturelle und organisatorische Veränderungen, die von Unternehmen verlangen, ihre Strategien zu überprüfen und an die aktuellen Gegebenheiten anzupassen.

Unternehmen sollten von Cloud first auf “Cloud smart” umstellen. Bei diesem Ansatz wird die Cloud-Einführung mit den einzigartigen Umständen und Zielen des Unternehmens sowie dem Geschäftswert in Einklang gebracht. Cloud smart unterscheidet sich von seinem Vorgänger dadurch, dass der Schwerpunkt auf der effektiven Einführung der Cloud liegt, anstatt die Technologie mit allen Mitteln zu implementieren.

Cloud-Computing in sensiblen Bereichen durch Confidential Computing möglich

Cloud-Daten sind während ihrer Übertragung und Speicherung verschlüsselt. Während der Verarbeitung der Daten in der Cloud gibt es jedoch eine Sicherheitslücke, da die Daten zur Verarbeitung entschlüsselt werden. Dies schreckt Bereiche mit hochsensiblen Daten wie das Gesundheitswesen oder den Finanzsektor ab, auf Cloud-Software zu setzen.

Das sogenannte Confidential Computing schafft es den Datenschutz während der Verarbeitung der Daten zu gewährleistet. Dadurch kann die Cloud auch in sensiblen Bereichen eingesetzt werden.

12 % der befragten KMU verwenden bereits Confidential Computing. 35 % verwenden Confidential Computing nicht, sind jedoch daran interessiert.

Die Zukunft ist sicher

Ob die IT-Sicherheit in der Cloud zukünftig mit einem Anbieter mit Rechenzentrum in Deutschland, der künstlicher Intelligenz oder Confidential Computing gewährleistet wird – Cloud-Software ist auf dem Weg in eine sicherere Zukunft. Diese wird auch sensiblen Bereichen ermöglichen, in die Cloud aufzusteigen und die vielen Vorteile zu nutzen. 

cloud computing im unternehmen

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Studienmethodik:

Die Studie lief im November 2020. Befragt wurden 768 Manager und Inhaber aus kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland. 

Folgende Teilnehmer haben sich für die Umfrage qualifiziert:

  • Arbeiten in einem Unternehmen mit unter 250 Mitarbeitern.
  • Sind in folgenden Positionen tätig: Inhaber*in/Geschäftsführung, hohes Management/abteilungsübergreifende Tätigkeit, mittleres Management.
  • Sind am Auswahl- und Kaufprozess für Software in Ihrem Unternehmen verantwortlich, beteiligt oder damit vertraut.
  • Nutzen ausschließlich Cloud-Software oder nutzen teils Cloud-Software, teils lokal installierte Software.

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